© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben

Unterwegs am See

Gemeinsamer Urlaub, im Sinne von freien Tagen, ist heuer nicht drin. Deshalb sind die Wochenenden besonders wichtig geworden, seitdem mein Mann unter der Woche immer später abends heimkommt.

Die Sonne scheint, es hat 32 Grad gemeldet und wir beschließen, Boot fahren zu gehen. Also Schwimmweste, Badesachen und Jause eingepackt und ab ins Auto. Nach einer halben Stunde sitzen wir schon im Elektroboot.

Wir haben echt einen kitschigen Tag erwischt – blauer geht der Himmel nicht.

Wir bleiben zwischendurch stehen und lassen unser Töchterlein zu Wasser. Klingt komisch, ist aber so. Sie wollte unbedingt baden gehen. Schwimmflügel an und mit einem „Platsch“ hinein. Doch dann kommen ein paar Schwäne. Ein paar ist gutgesagt – es ist eine Armee. Wirklich, schwöre! Ca. 20 Schwäne kommen auf uns zu. Blitzschnell haben wir unseren Zwerg aus dem Wasser gezogen! Also ich habe riesen Respekt vor diesen Tieren. Und sie kommen näher! Mein Mann startet das Elektroboot, damit wir wegkommen und es tut sich nichts. Nichts!

Der Motor springt nicht mehr an! Jetzt macht sich ein leichter Anflug von Panik bei mir breit. Wir rufen die Notrufnummer des Bootverleihs an. Niemand nimmt ab. Rund um unser Boot schwimmen mittlerweile 10 Schwäne, Köpfe schauen schon über den Bootsrand und wir sitzen ziemlich mittig. Aug in Aug mit Schwänen stand eindeutig für heute nicht am Plan.

Der Bootsverleih ruft zurück, wir sollen bitte zum hinteren Ruder klettern und schauen, ob sich dort Algen verhangen haben. Ja genau – geht’s noch? Wir sind von Schwänen umzingelt! Ich habe beschlossen, dass das eindeutig eine Aufgabe für Männer ist! Aber auch er hat ein bisschen Schiss – kann ich verstehen. Er klettert nach hinten und ich halte unseren Zwerg fest. Es hat sich nichts in unserem Ruder verfangen, also muss doch ein Motorboot kommen.

Nach ca. 15 Minuten kommt ein Motorboot auf uns zu und wir werden abgeschleppt. Natürlich konnte ich es mir nicht nehmen und filmte die Abschleppaktion – das schnellste Elektroboot aller Zeiten. Also, eines ist klar, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. Diese Geschichte sorgt sicher noch lange für Lacher.

Nachwort: Zwei Wochen später hat unser Töchterlein das Video bei Oma und Opa immer wieder angeschaut. Nach der Frage, warum sie das so oft ansieht sagt sie ganz beiläufig: „Ja, bis wir ankommen!“