© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben

Als Corona kam…

Die Entscheidung ist gefallen. Ab Montag bin ich im Home-Office. In meinem Kopf rattert es, tausende Gedanken kommen mir gerade. Wie mache ich das denn jetzt? Wie läuft das mit dem Kindergarten? Sperren die auch zu? Wie bekomme ich 30 Stunden Arbeit neben meiner 3-jährigen Tochter hin? Was macht mein Mann? Dürfen Großeltern auch nicht besucht werden? Das alles wegen so einem Virus? Ich glaube, die Welt dreht durch.

Ich bin mir sicher, euch ging es genauso. Als Frau steht man dann vor der Challenge: Kind vor den Fernseher parken und im Homeoffice arbeiten oder den Tag dem Kind widmen und am Abend und Wochenende die Arbeit nachholen. Und der Mann?  Er geht normal arbeiten und freut sich, wenn am Abend warmes Essen am Tisch steht. Geht´s noch?

Dank Opas Organisationstalent war es möglich, innerhalb einer Woche ein Spieleparadies für seine Enkelin in unserem Garten zu errichten – der Lockdown kann kommen. Das Trampolin wurde auch noch schnell aufgestellt.

© Auf Herz und Nieren
Ich hätte nie gedacht, dass ein Spielturm im Garten mal so wichtig werden könnte.

Also einfach mal abwarten, schauen was kommt. Sagt sich am Anfang so leicht, die Ungewissheit bleibt aber.

Mich, als Familienmenschen, trifft die Aufforderung Großeltern (Risikogruppe) zu meiden bzw. nicht zu treffen schwer. Fast täglich sehe ich meine Eltern bzw. mindestens einmal pro Woche den Rest der Family, da wir alle in unmittelbarer Umgebung wohnen. Und das darf ich jetzt nicht mehr? Kann mir das verboten werden?

Im Büro steht das Telefon still – alle in Schockstarre, keiner weiß, was passieren bzw. kommen mag. In meinem Kopf geht’s rund! Kann ich meinen Beruf behalten? Ich erkundige mich schon mal beim AMS. Dann, nach einer Woche, die Diagnose „Kurzarbeit“ – Arbeitspensum wird auf 10% reduziert. Super – Gehalt gesichert, Situation trotzdem grausam. Wie lange bleibt denn das jetzt so? Ich liebe doch meinen Beruf.

Und was macht Frau?

© Auf Herz und Nieren
Ablenkung schadet nie. Reststoffe sind schnell gefunden und ran an die Nähmaschine.

Sie sucht sich ein Stressbewältigungsprogramm der Superlative und beginnt zu nähen. An dieser Stelle ein großer Dank an meine Oma, die mich mit 10 Jahren zur Maschine gesetzt hat und mit mir meinen ersten Polsterüberzug genäht hat.