© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben,  Basteln,  Nähen

Ostern

Letztes Jahr war Ostern anders. Kurz zuvor ist Corona ausgebrochen und es hieß „Abstand halten“, vor allem zu den Großeltern. Für mich als Familienmenschen war das nicht einfach. Ich liebe die Feste im Jahreskreis und sie sind für mich noch schöner, wenn ich sie mit vielen lieben Menschen feiern kann. Ostern gehört da selbstverständlich dazu.

Deshalb freue ich mich heuer umso mehr darauf, dass Ostern wieder mit Familie gefeiert werden kann. Natürlich bin ich schon einen Monat vorher wieder mit den Vorbereitungen beschäftigt. Das mit dem Planen kann ich nicht ganz lassen. Essen, Tischdeko und Nachspeise habe ich schon im Kopf. Den „Weihkorb“ habe ich schon in Gedanken gefüllt. Heuer darf ich zum ersten Mal die gestickte Weihdecke meiner Mama über meinen Korb legen, ein Erbstück, das ich jetzt schon in Ehren halte.

Natürlich beschäftigt das Thema „Osterhase“ auch mein Töchterlein. „Mama, warum nähst du denn schon wieder Hühner? Kannst du nicht mal Osterhasen nähen?“ Wo sie recht hat, hat sie recht.

Mein Zwerglein hilft brav beim Ausstopfen.
Manchmal geht es auch ohne Schnittmuster.

Ab an die Nähmaschine – 10 Hühner und 2 Hasen waren schnell genäht und mein Zwerglein hilft mir beim Ausstopfen mit Füllwatte. Nach dem Stopfen eines Hasen hat mein Kind genug: „Mama, jetzt machst du weiter. Ich schau dir zu, damit du das ja richtig machst.“ Danke für die Info!

Die Hühnchen werden nach dem Ausstopfen noch zugenäht, Schnur dran und fertig sind die kleinen Dinger. Sie sind entzückend anzuschauen. Und was mache ich? Ich schenke sie gleich weiter! Mich freut es immer, wenn das Selbstgemachte geschätzt und geliebt wird. Und ich schenke gerne. Meistens bleibt von dem Selbstgenähten nichts mehr für mich übrig, aber heuer war ich egoistisch. Drei Hühner haben es auch auf meinen Osterstrauß geschafft. Ich bin richtig stolz!

Schauen sie nicht witzig aus?

Immer wieder taucht Ostern und der Osterhase in den Gesprächen mit meinem Zwerglein auf. Speziell beim Einkaufen ist es spannend. Mitte Feber kann der Osterhase nämlich schon für April einkaufen. Ein Wahnsinn, oder? „Mama, meine Freundin hat gesagt, dass der Osterhase ihr ein Rad bringt! Das stimmt ja nicht, der bringt ja nur ein Nest mit Schokolade und Eiern, oder?“, sagt mein Töchterlein und ich bin richtig stolz. Mehr braucht es wirklich nicht – es geht ums Suchen und Finden.

An dieser Stelle auch ein Danke an meine ganze Familie, die sich immer an meine, manchmal „strengen“, Vorgaben hält. Denn es gibt wirklich nur ein Osternest, ein Nikolaus-Sackerl und das Christkind kommt auch nur am 24. Dezember. Geschenke sind nicht alles. Was wirklich bleibt, sind die Erinnerungen und Erlebnisse mit den Menschen, die einen umgeben und begleiten.