© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben

Nackte Wahrheit

Im Selbstversuch wage ich mich an die Realität heran, an den Alltag Mama. Ich habe für mich einfach einmal mitgeschrieben, was in einer Woche so passiert, weil vieles gemacht gehört oder sowieso automatisch passiert. Komplett wertfrei, denn ich mache alles, was ich tu, gerne – zumindest meistens.

Warum, fragt ihr euch? Ich wollte es einfach wissen, was zusätzlich noch an „Arbeitszeit“ zum normalen Job dazukommt. Einfach im Vergleich zum Mann, der morgens das Haus verlässt und abends wiederkommt und sich auf ein Essen freut.

Ich darf an dieser Stelle anmerken: Ich habe einen tollen Mann, der mich eigentlich viel unterstützt, leider aber beruflich derzeit so eingeteilt und gefordert ist, sodass ich den größten Teil zurzeit allein übernehme.

Mein Alltag beginnt mit 5.30 Uhr Aufstehen, Jause richten, Spülmaschine ausräumen, eventuell auch Wäschetrockner befüllen, Waschmaschine starten, Frühstückrichten, Kind wecken. Dann schlüpfe ich ins Arbeitsgewand und versuche mein Kind ein zweites Mal zu wecken – nicht immer mit Erfolg. Danach ab ins Bad: Haare richten, Gesicht aufräumen und dann das Kind zum letzten Mal lautstark wecken… Eigentlich normaler Alltag. Mein Zwerglein wird dann um 7.10 Uhr im Kindergarten abgeliefert und ich düse ins Büro. Dann herrscht erst mal Stille und Ruhe. Einfach herrlich… Ja, ich liebe mein Kind, aber ich liebe auch meine Arbeit. Am späten Nachmittag hole ich mein Töchterlein vom Kindergarten oder von den Großeltern ab und es geht daheim weiter. Abendessen richten, malen, spielen und basteln bis Schlafenzeit ist. Beim Abendprogramm fordert mein Zwerglein mindestens (!) 30 min Bücherlesen. Danach ist endlich „Gute Nacht“. Dann abwaschen, vorkochen, bügeln oder putzen und eventuell noch etwas nähen.

Ein völlig normaler Tag – aber die Stundenaufzeichnung einer Woche ist trotzdem spannend.

  • 36 Stunden – Arbeit
  • 5 Stunden – Wäsche rein in die Waschmaschine, raus aus dem Trockner und bügeln – es stimmt, hier könnte Zeit eingespart werden, aber ich mag keine zerknitterte Wäsche. Und nein, ich bügle keine Unterhosen.
  • 7 Stunden – Aufräumen, hinterherräumen
  • 8 Stunden – putzen | tägliche Routine (Bad, WC, Küche und eine Runde mit dem Swiffer durchs halbe Haus) und der wöchentliche Hausputz. Auch hier kann es mal ausarten, wenn die Fenster, Kästen oder die Terrasse mitgeputzt werden. Also sind 8 Stunden nur so ein Richtwert.
  • 8 Stunden – kochen
  • 2 Stunden – basteln

Dann landen wir bei groben 66h Stunden eingeteilter Zeit – eigentlich ein Wahnsinn! Und dann ärgern mich Sprüche: „Du musst mehr für dich tun!“ Ja, wann denn, ihr Schlaumeier? Egal! Dieses Thema wird ein anders Mal behandelt.

© Michaela Ebner | 2021
Dieser Blumenstrauß ist nur für euch!

An dieser Stelle an alle Mamas (und nicht, weil demnächst Muttertag ist): Hut ab vor dem, was ihr jeden Tag selbstverständlich leistet, ohne darüber nachzudenken. Ihr seid toll, spitze, super, phänomenal, außergewöhnlich und jede für sich besonders! Seid stolz auf euch!