© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben

Lockdown-Alltag

Aufstehen – Mann verlässt den Tatort – Tagesprogramm auswählen und starten – kochen – weiter im Programm – zusammenräumen – kochen – Mann kommt nach Hause – Kind „Gute Nacht“. Und morgen wieder von vorne – täglich grüßt das Murmeltier.

Wie sieht es bei euch aus? Es kommt mir vor, als ob mein Mann und ich in zwei verschiedenen Welten leben. Er, in der Baubranche tätig, geht morgens um 6.15 Uhr außer Haus und kommt um 20.00 Uhr oder später nach Hause – müde nach zig Besprechungen. Und ich, zuhause mit Kind, kochend, malend, spielend. Erwarte die einzige erwachsene Person, mit der ich von Angesicht zu Angesicht reden kann abends sehnsüchtig. Ich will reden, er will nach seinem irren Arbeitstag nur Ruhe! Verständnis hin oder her. Hey Corona, das ist nicht dein Ernst!?

Familytime und Corona – geht oder geht nicht?

Wir versuchen unsere Tochter so gut es geht noch von digitalen Medien fernzuhalten. Klappt eigentlich recht gut, da sie ein „Gartenkind“ ist. Doch dank Virus, kann unsere 3-Jährige nun auch wischen und das am Handy. Sind wir ehrlich – die Digitalisierung ist schon toll. Einfach auf Anruf klicken, Kamera dazu schalten und dann kann schon mit Omas und Opas am anderen Ende gequatscht werden. Zwar mit Bildschirm dazwischen, aber trotzdem mit Blickkontakt.

Erschreckend wie ansteckend Homeoffice ist. Sogar beim Kaffee richten wird noch fleißig getippt.

Vor dem Schlafengehen wird bei uns immer noch ein Buch gelesen, manchmal auch 2. Das ist die schönste Zeit des Tages. Es wird gekuschelt, was das Zeug hält und die kleinen Füße meiner kleinen „Floder“ sind überall. Einfach schön… und dann hört sie das Hausttür-Schloss. „Papa kommt!“ Mein Mann zieht das Arbeitsgewand aus, schlüpft in den Jogger und kuschelt zu uns ins Bett. „Papa, Baustellengeschichte!“, ruft sie. Und er beginnt zu erzählen: „Heute kam ein riesiger Kran und hob sogar ein Fahrzeug auf ein Dach…“ Kind lauscht und schläft dann zufrieden ein.

Mama? Darf ich am Pokjuter was tippseln und eine Nachricht an Punkt at schicken? Kind (4) hat mir beim Arbeiten im Homeoffice eindeutig zu oft zugesehen.

Und dann sind wir zu zweit – Zwerg im Bett und Ruhe im Haus. Er hat Hunger und ich will reden. Corona – Challange accepted. Da unter der Woche wenig Zeit für Familie ist, sind die Wochenenden viel intensiver und bewusster geworden. Familienzeit geht, dann halt intensiv und am Wochenende!