© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben,  Basteln,  Kochen & Backen

Kindergeburtstag

Kindergeburtstage sind etwas Schönes. Zuerst die Vorfreude auf den Ehrentag, dann das Strahlen in den Augen und schließlich die Freude über jedes Geschenk – fast wie Weihnachten. Enden tut es meistens in einem überdrehten kleinen Zwerg, der dann völlig müde ins Bett fällt. Aber schön war er, der Geburtstag – gut und vorbei. Was am Tag selbst alles so toll aussieht, wird im Vorfeld akribisch geplant – zumindest bei mir.

Die Einladungen haben wir im Vorfeld schon gebastelt.
Auf die Vorderseite sind Geschenke aus Bügelperlen geklebt.

Meistens überlege ich mir schon 3 Wochen vorher, was an diesem Tag serviert und wie alles an- und hergerichtet wird. Irgendwie komplett irre. Ich weiß darum Bescheid, kann aber meistens nix dran ändern. Ist halt so.

Essens- und Kuchenfrage ist geklärt und der Tag X rückt immer näher. Einkaufsliste geschrieben, eingekauft und es kann losgehen. Einen Tag vor dem Kindergeburtstag wird auch für den Kindergarten gebacken. Ich (selbst müde, weil eine anstrengende Woche) habe mich doch dazu entschieden, (weil man ja das so macht) mit meinem Töchterlein die Muffins für den Kindergarten zu backen. Ziel: 25 Muffins mit ein bisschen Topping und Streudeko. Sollte normalerweise doch schnell erledigt sein.

Der Teig ist schnell gerührt, Masse 3-mal gemacht und rein mit den kleinen Dingern in den Ofen. Nach dem gefühlten 50x „Mama, darf ich kosten? Mama, ich mag das machen!“, muss ich mal tief durchatmen. Gemeinsames Backen kann so schön sein – gelogen. Es sieht in der Küche aus wie Sau. Dabei war bis jetzt nur der Teig dran. Jetzt an die Creme, natürlich mit Lebensmittelfarbe, damit es bunter wird. Auch das mit dem Kosten geht wieder los. In meinem Hirn rattert es: „Sie wird so Bauchweh kriegen, ihr wird so schlecht sein!“ Aber was soll´s. Es gibt ja nur 2 Möglichkeiten: entweder mitmachen lassen mit dem vollen Programm oder ein quengelndes Kind, das mir nach 10min komplett auf den Muffin oder Keks geht. Also Augen zu und durch. Topping fertig, ab in den Spritzsack und rauf auf die Muffins. Es herrscht beunruhigende Stille. Danach wurde mir klar, warum.

Streudeko – klingt so schön, kann aber so grausam sein. Kleine silberne und goldene Kugeln finden Wege in Laden und Ecken, wo man sie so schnell nicht wiederfindet – vielleicht zum nächsten Kindergeburtstag. Endlich ist die Deko platziert, Kind glücklich und satt und ich müde. Schau mich in der Küche um und beschließe mir zuerst einen Kaffee zu richten und dann Schadensbeseitigung zu machen.

Vanille-Muffins mit einem Mascarpone-Frischkäse-Topping

Die Muffins sind verpackt und am nächsten Morgen werden sie von meiner Tochter mit riesigem Stolz in den Kindergarten getragen. Plopp, und der ganze Ärger, Müdigkeit und das gestrige Chaos ist vergessen.