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Aus dem Leben

Die Endlichkeit des Lebens

In letzter Zeit kommen Erkrankungen wie Krebs oder Tumore sehr oft in meinem Umfeld vor. Kurz vor Weihnachten ist mein Opa an den Folgen einer Krebserkrankung gestorben und jetzt mein Cousin an den Folgen eines Hirntumors.

Was ist denn da los? Kann mir das jemand erklären? Es ist unfassbar, wie diese Art von Krankheit Menschen ohne Vorahnung trifft und hartnäckig an ihnen festhält. Und das Grausame daran? Sie kennt keine Altersgrenze. So etwas macht betroffen, wütend, traurig und v.a. sehr nachdenklich.

Auch in meiner Familie ist Krebs bis vor 3 Jahren nie Thema gewesen, bis mein Papa dann von heute auf morgen mit 92% Leukämie ins Krankenhaus gebracht worden ist. Komplett aus dem Nichts! Zwei Monate durchgehend in Klagenfurt im Krankenhaus und unzählige Chemoeinheiten konnten ihm nicht helfen. Dann endlich, die Überweisung ins AKH Wien (für mehrere Monate). Neue Studie, neue Medikamente, Alternativmedizin und zum Schluss eine Stammzellentransplantation und ein Blutgruppenwechsel haben meinem Papa ein zweites Leben ermöglicht. Er hat gekämpft und wir mit ihm. Mit regelmäßigen, eigentlich täglichen Besuchen, Fotos und Videos haben wir ihn auf seiner 8-monatigen “Reise” an unserem Leben teilhaben lassen. Mein Töchterlein war damals knapp 1,5 Jahre alt. Die Familie ist zusammengewachsen und hat funktioniert – für Papa. Nach der Transplantation hat er mit wahnsinnig viel Disziplin an seiner Genesung gearbeitet. Im Nachhinein betrachtet eine unfassbare Leistung – er war nur mehr zu 8% gesund und hat es geschafft, dank Wille, Glaube, eiserner Konsequenz, tollen Ärzten und einem jungen Mann, der für meinen Papa seine Stammzellen gespendet und ihm das Leben gerettet hat.

An dieser Stelle sei gesagt: Bitte registriert euch für die Stammzellenspende! Ihr könnt Leben retten!

Und dann gibt es wieder die Kehrseite der Medaille. Krebs taucht auf und innerhalb kürzester Zeit stirbt dieser Mensch. Ein Tumor kommt immer wieder, streut und lässt diesen Menschen sterben – so wie bei meinem Opa oder meinem Cousin.

Vergissmeinnicht – auf keinen Fall.

Warum gibt es jetzt gerade so viele Menschen, die irgendeine Form von Krebs oder einen Tumor haben? Wie kann es sein, dass ein sportlicher und aktiver Mensch von heute auf morgen eine solche Diagnose bekommt? Strahlung (Handy und Co), Ernährung oder Stress? Woran liegt es? Das macht mich wütend und auch nachdenklich. 

Durch die Krankheit von meinem Papa habe ich für mich sehr viel lernen dürfen und v.a. müssen und bin für mich zu einem Schluss gekommen.

Ich glaube, dass die Psychohygiene der Schlüssel bzw. Ursprung so mancher Krankheiten ist. Weit hergeholt? Vielleicht. Wegen Wehwehchen (sichtbar oder nicht sichtbar) rennt man zum Arzt, aber wegen Problemen, Konflikten und Stresssymptomen wird kein Arzt aufgesucht. Tut man ja nicht. Da muss man sich ja auf die Couch legen. Da hätten wir es wieder, das nächste Tabuthema. Wenn nicht auf die Couch, dann redet miteinander – nicht oberflächlich, sondern ehrlich und mit Tiefe. Schaut euch in die Augen! Schwäche zu zeigen und Hilfe in Anspruch zu nehmen ist wichtig und manchmal sogar notwendig – überlebensnotwendig.

Wir haben geredet und Hilfe angenommen, damit wir als Familie diese Zeit überstehen. Meistens haben wir funktioniert, aber ohne die Hilfe von außen, wäre vieles nicht so gelaufen. Ein vorgekochtes Mittagessen, Begleitung beim Fahren, Übernachtungsmöglichkeit in Wien, jedes einzelne Gespräch, jeder Blick und Umarmung haben uns geholfen.

Deshalb: Pflegt eure Freundschaften, seid ehrlich miteinander und gebt auf euch Acht! Manchmal verläuft das Leben sehr schnell ganz anders als geplant.

Ich stehe täglich mit einer tiefen Dankbarkeit auf, denn das Alltägliche ist eigentlich nicht selbstverständlich.