© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben,  Basteln,  Kochen & Backen

Brauchtum

Mir ist es ganz wichtig, dass Brauchtum gelebt und weitergegeben wird. Deshalb bin ich bemüht, alle Feste im Jahreskreis, so gut es eben geht, vorzubereiten und mit meinem Zwerglein zu feiern. Bräuche, vor allem regionale Bräuche, gehören weitergegen. Mein Töchterlein soll wissen, dass das „Pisnen/Scharpen“ am 28. Dezember (Tag der unschuldigen Kinder) ein Brauch ist und Halloween eigentlich nicht zu unserer Kultur gehört.

Gerade um Ostern gibt es viele tolle Bräuchte bzw. Rituale bei uns. Zu Ostern gehört das Säen von Kresse irgendwie dazu. Auch wir haben uns heuer an dieses Grünzeug gewagt und ich fühlte mich in meine Kindheit zurückversetzt. 6 Tage ist der Samen gewachsen, bis wir ihn ernten konnten. Mein Zwerglein hat jeden Tag ganz stolz gegossen und die Höhe des Pflänzchens gemessen. Nach fast einer Woche ging es dann ans Ernten. Ein Erlebnis: Butterbrot schmieren und dann selbst mit der Schere die grüne Kresse abschneiden. Und es schmeckt herrlich!

Die erste Kresse-Ernte ist natürlich etwas Besonderes.
Ganz andächtig hört mein Zwerglein zu.

Letztes Jahr ist der Palmsonntag von der Pandemie überrollt worden und hat eigentlich für uns gar nicht stattgefunden. Heuer ging es mit dem Palmbuschen in die Kirche, eigentlich in den Park zur Segnung, da die Umstände Normalität noch nicht ganz zuließen. Am Vortag haben wir den Palmbesen noch mit Brezeln geschmückt. Ganz stolz trägt mein Zwerglein ihn zur Segnung. Zu Hause angekommen wird 3-mal mit dem gesegneten Palmbuschen ums Haus gelaufen – das soll Glück bringen. Die bunten Bänder wehen, während mein Zwerglein ums Haus saust. Natürlich werden auch die Häuser der Verwandten umrundet. Ganz freiwillig ist das nicht passiert, aber wenn als Belohnung Eis im Spiel ist, läuft es sich umso besser.

Geschenktipp für Osten: ein besonders Geschirrtuch einfach zusammenrollen und oben zusammenbinden. Kommt immer gut an!

Am Gründonnerstag darf geratscht werden. Nein, nicht im Sinne von ratschen, sondern es darf die Ratsche benützt werden. Dass die Glocken ausgeflogen sind, habe ich meinem Zwerglein nicht erzählt. Warum? Ich höre sie schon fragen: „Warum? Wie können denn Glocken fliegen? Die haben ja keine Flügel.“ Ich habe es für heuer noch gelassen, vielleicht sprechen wir nächstes Jahr darüber.

Der Reindling gehört zu Ostern wie das Osterei. Auch der will gebacken werden. Mein Töchterlein bekommt von ihrem Patenonkel zu Ostern immer einen „Gotn-Reindling“, der dann zur Osterjause verspeist wird. 

Endlich wieder “Normalität”! Heuer fand die Fleischweihe wieder ganz normal statt.

Am Karsamstag wird der Weihkorb mit der Osterjause hergerichtet, die geweiht werden soll. Weihdecke drüber und dann geht’s zur Segnung. Heuer hat mein Töchterlein alles bewusst miterleben dürfen. „Ich bin ja schon 4! Jetzt kann ich das, weil ich ja schon groß bin!“

Es hat so gut geschmeckt.
Mein Zwerglein half mir heuer bei der Tischdekoration. Die Baiser-Hasen wurden als Nachtisch vernascht.

Und dann kommt endlich der Ostersonntag inkl. Völlerei. Das Osternest wird quer durch den Garten gesucht. Unser Zwerglein ist heuer wieder wahnsinnig beschenkt worden – danke an alle Unterstützer des Osterhasen. Zu Mittag kommt die Familie zur Osterjause. Der Eierkonsum steigt an diesem Wochenende extrem – es war wieder so lecker. Es war schön, dieses Fest “fast” wieder normal feiern zu dürfen.

Der Osterhase hatte heuer einen sehr kniffligen Parcours gewählt.