© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben,  Natur & Garten

Auf der Alm

Das Arbeiten fehlt mir – also Hirnnahrung. Ich hoffe, dass es bald wieder normal(er) wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt, sagt man.

Die Kurzarbeit hat aber auch ihre Vorteile – viel Freizeit. Es wird mir immer mehr bewusst, in welcher schönen Gegend ich mit meiner Familie wohnen darf. Garten und Haus sind Luxus, das wird mir immer klarer.

Umgeben von Bergen und Seen gehen uns die Wanderziele nicht aus. Ich genieße es, mit meinen Eltern, meinem Bruder, meinem Töchterlein und wochenends mit meinem Mann in der Natur zu sein. Der Vormittag wird in der Höhe genossen, am Nachmittag wird gebadet – ob auf der Terrasse im Planschbecken oder im Schwimmteich der Großeltern. Hauptsache ins kühle Nass.

So ein privater Schwimmteich ist nicht selbstverständlich.

Von jedem Ausflug oder jeder Bergtour nehmen wir uns einen Stein mit. Der wird dann zuhause mit Datum und Ausflugsort beschriftet und kommt in ein Glas – ein Glas voller Erinnerungen und Orte. Finde ich eine schöne Idee, wie ein Tagebuch der Ausflüge.

Auch Kaulquappen gehören begutachtet.
Neben den Wanderwegen gibt es immer wieder etwas zu naschen.

Es ist immer wieder besonders berührend, wie meine Tochter mit ihren Augen und ihrem Wesen die Welt erkundet – wie sie die Preiselbeeren, Schwarzbeeren oder Waldhimbeeren neben dem Wanderweg nascht und wir von Beere zu Beere bis zur Hütte marschieren, wie sie jedem kleinen Bach besonders viel Aufmerksamkeit schenkt und gefühlte 20 Wanderstöcke von jeder Bergtour mit nach Hause nehmen will. Alles, was für uns selbstverständlich ist, wird durch ihre Augen wieder für mich/uns sichtbar und einzigartig. Dafür bin ich dankbar.

ES ist nicht selbstverständlich, in so einer Umgebung zu wohnen.