© Michaela Ebner | 2021
Aus dem Leben

Adventzeit

21.12. und ich habe Urlaub. Kind ist noch 3 Tage am Vormittag im Kindergarten und so kann ich die letzten Weihnachtsvorbereitungen in Ruhe erledigen. Ich bin durch Corona ein Einkaufsmuffel geworden – Liste geschrieben, Maske rauf, Lebensmittel in den Einkaufswagen und ab zur Kassa. Das Schlendern durch die Regale ist komplett weggefallen. Hat auch Vorteile – so kauf ich wirklich nur das, was auf der Liste steht.

Auch mein Haus schreit: „Hallo? Bräuchte mal wieder Zuwendung!“ Aber gerne! Es ist schön, wenn kein kleines Zwerglein um die Beine herumschwirrt, da kommt es mir vor, als wäre ich doppelt so schnell. Ruckzuck bin ich mit der „Mission Saubermachen“ fertig.

Heuer ist die Adventzeit und Weihnachten sehr besonders. Mein Töchterlein erlebt und gestaltet diese wunderbare Zeit heuer zum ersten Mal so richtig mit. Den Jauchzer, als der Adventkalender am 1. Dezember gefüllt in der Küche hängt, werde ich so schnell nicht vergessen. Jeden Tag lesen wir auch aus einem Adventkalender-Buch (Buchtipp: Tilda Apfelkern, Weihnachten im Winterwald von Andreas H. Schmachtl). Am zweiten Adventwochenende ist es soweit – der Nikolaus kommt. Einmal geklingelt und schon ist er wieder weg. Hat ja viel zu tun in dieser Zeit. Dank dem Kindergarten ist meine Tochter, was Gedichte und Lieder betrifft, bestens für den Jahreskreis vorbereitet. Hier einmal ein großer Dank an alle Elementarpädagoginnen – ihr seid spitze! So haben wir dem Nikolaus nachträglich ein Gedicht aufgesagt und fleißig gesungen.

Im Büro ging es in der Weihnachtszeit rund. Irgendwie haben viele erst jetzt bemerkt, dass Weihnachten bald da ist und somit auch das Jahresende vor der Tür steht. Die letzten Arbeiten rausschicken und Korrekturen sind gemacht. Sind alle Rechnungen raus, können wir 2020 abschließen? Ja, fine! Endlich frei.

Wir, also meine ganze Familie, haben ausgemacht uns heuer nichts zu schenken – also wirklich nichts. Wir haben es schon lange versucht, aber heuer scheint es wirklich zu klappen. Wir haben ja alles und nur um des Gutscheins willen, haben wir es heuer sein lassen. Unsere Maus wird vom Christkind beschenkt. Das macht die Weihnachtszeit für mich richtig angenehm und entspannt. Ich darf das Treiben und die Kaufsucht in den Geschäften mit aller Ruhe beobachten und mit einem Lächeln jemanden an der Kasse vorlassen.

Kinderaugen machen das Weihnachtsfest besonders.

Weihnachten war heuer auch ein bisschen anders. Wir haben kurz vor Weihnachten ein Familienmitglied verloren. Tod ist immer schrecklich, aber um Weihnachten tut es nochmal weh.

Ich bin aus tiefstem Herzen für meine Familie, v.a. eine gesunde Familie dankbar. Es ist nicht selbstverständlich, wunschlos glücklich zu sein. Ich habe alles, mehr eigentlich als gebraucht wird. Ich wünsche auch euch diese Dankbarkeit und Demut, jedem einzelnen Tag gegenüber, die ich in dieser Zeit ganz besonders spüren durfte.